1 Flachdach 2017-04-02T16:06:01+00:00

Das Flachdach die fünfte Fassade

Flachdächer sind vielseitig nutzbar, ob begehbar oder nicht begehbar, als Warm oder Kaltdach. Alle Varianten benötigen eine ordentliche Planung, die wir unserer Kundschaft garantieren.

Grundlegend gilt für uns die  SIA Norm 271 Abdichtung im Hochbau. Die in dieser Norm enthaltenen Grundsätze für die Projektierung, Baustoffwahl und Ausführung basieren auf einem Gefälle der Abdichtung von mindestens 1,5%. Obwohl heute mit Gefällsdämmungen bei immer mehr Anwendungen dieses Gefälle realisiert werden kann, gibt es Ausnahmen. Eine Abdichtung ohne Gefälle ist grösseren Belastungen ausgesetzt und enthält im Leckfall ein wesentlich höheres Schadenspotenzial.

Auch für die immer mehr gewünschten, schwellenlosen Anschlüsse bei Balkonen und Terrassen wurden solche Regeln erstellt. 
Trotz dieser normativen Regeln wird vielfach die Grenze des Möglichen erreicht. Es gilt daher gerade bei solchen Baukonstruktionen, immer auch die örtlichen Einflüsse genau zu eruieren und zu gewichten. Nicht jede Konstruktion, die schon einmal angewendet wurde, taugt überall.

Das begehbare Flachdach

Begehbare Flachdächer haben einen grossen Nutzwert. Ausgeführt mit Garten- oder Keramikplatten bieten sie einen hohen Wohlfühlkomfort.

Es gibt verschiedenste Ausführungen speziell auf den Wunsch des Kunden angepasst.

Bei der Planung und Ausführung von begeh- und befahrbaren Dachflächen sind einige Punkte besonders zu beachten. Das sind u.a.

  • erhöhte Lastannahmen (Eigen-, Nutz-, Brems- und Schneelast),
  • druckstabile Wärmedämmung,
  • hochwertige Dachabdichtung,
  • Schutzlagen entsprechend der Schutzwirksamkeitsklassen
  • und ausreichendes Gefälle.

Ein Wasseranstau unter Geh- und Fahrwegen nach den „Empfehlungen zu Planung und Bau von Verkehrsflächen auf Bauwerken“  ist nicht zulässig. Ohne Gefälle ist stehendes Wasser nicht zu vermeiden und es kann aufgrund von Eislinsenbildung zu Frosthebungen kommen. Bei begehbaren Flächen der Belastungsklasse 1 soll das Gefälle mindestens 2% und bei befahrbaren Decken der Klassen 2 und 3 mindestens 2,5% betragen. Unabhängig davon ist ein Mindestgefälle der Belagsoberfläche materialabhängig von 1% (versickerungsfähige Beläge) bis 3% (Natursteinpflaster) sicherzustellen. Wichtig ist bei allen Aufbauvarianten, dass die Aufbauten seitlich schubsicher eingefasst sind.

Davon ausgehend, dass die Unterkonstruktion mit Dämmung, Dachabdichtung und Schutzlage den erhöhten Anforderungen gerecht wird, sind folgende Funktionsschichten des Aufbaus zu beachten:

  • Die Dränschicht mit der Funktion, in den darüber liegende Schichten eindringendes Wasser aufzunehmen und der Entwässerungseinrichtung zuzuführen. Als Dränschicht werden meist mineralische Schüttstoffe oder Dränelemente eingesetzt. In Abhängigkeit der Belastungsklassen und des Größtkornes muss die Mindest-Einbauhöhe der Schüttstoffe bei 10 bis 15 cm liegen. Kunststoff-Dränelemente müssen den Wasserabfluss sowohl vertikal als auch horizontal sicherstellen, nur eine geringe Stauchung zulassen und haben idealerweise das notwendige Filtervlies schon aufkaschiert. Damit lässt sich in einem Arbeitsgang eine druckstabile, dauerhaft funktionsfähige Dränschicht einbauen.
  • Die Tragschicht mit der Funktion, die Tragfähigkeit der darüber liegenden Deckschicht zu sichern, indem Lasten verteilt und in die darunter liegende Schichten geführt werden. In der Praxis sind dies meist Kies-Sand-Gemische in den Körnungen 0/22, 0/32 bzw. 0/45 in den Mindesteinbaustärken (je nach Größtkorn) von 10-15 cm.
  • Die Bettung dient als Auflager der Deckschicht und Ausgleich von Maßtoleranzen und überträgt einwirkende Kräfte in die Tragschicht. Sie muss sowohl ausreichend fest als auch wasserdurchlässig sein. In der Regel sind das Gesteinskörnungen (Sande und Splitte) in den Körnungen 0/4, 0/5 bzw. 0/8.
  • Die Deckschicht ist der obere Abschluss von Geh- und Fahrwegen aus Platten, Pflaster, Klinker, Rasengittersteinen, Asphalt, Beton. Platten und Pflaster beispielsweise müssen eine Stärke von mindestens 4 cm bei ausschließlich begehbaren Flächen bzw. bis 10 cm bei befahrbaren Dächern haben. Bei Verkehrsflächen der Belastungsklasse 3 sind besondere Maßnahmen wie Verbundsteinpflaster bzw. Verlegung im Verband vorzusehen.

Begrüntes Flachdach

Die Dachbegrünung ist eine Form der Bauwerksbegrünung und bezeichnet sowohl den Vorgang des bepflanzens von Dächern in Form von Dachgärten (oder das bewachsen lassen nach entsprechender Herrichtung), als auch die bestehende Gesamtheit der Pflanzen einschließlich des notwendigen Unterbaus auf einem begrünten Dach. Sie ist ein möglicher Bestandteil ökologischen Bauens. In der Ökologie gelten Dachbegrünungen als Siedlungsbiotop, das insbesondere lokalklimatisch und in Bezug auf die Regenwasser-Bewirtschaftung eine Rolle spielt. Vorwiegend nach Art des Bewuchses werden extensive (Dünnschichtaufbau mit Substrat, trockenheitsverträgliche Vegetation) und intensive (vollwertiger Bodenaufbau bis hin zu Baumbepflanzung möglich) Dachbegrünungen unterschieden. Eine historische Form der Dachbegrünung ist das Grassodenhaus. Ein großer Befürworter von Gründächern war der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser, der diese als wichtigen Teil der von ihm angestrebten Versöhnung von Mensch und Natur sah. Er entwarf auch mehrere Haustypen mit Gründächern, insbesondere das Hügelhaus, das Augenschlitzhaus und das Grubenhaus, das später als Waldhofhaus realisiert wurde.

Egal Ob:

  • Folienabdichtung
  • Dächer im Verbund
  • Warm- oder Kaltdach
  • Begehbare Ausführung mit Terrassenplatten oder einem Holzrost als Nutzschicht.
  • Ob mit Dachbegrünung oder Rundkies als Schutzschicht
  • Bituminöse Ausführung
  • Wandanschlüssen
  • Spengleranschlüsse
  • Brüstungs-
    abdeckung
  • Einfassungen
  • Verkleidungen von Aufbauten
  • Kamineinfassungen
  • Dachrinnen
  • Ablaufrohre
  • Lukarnenverkleidungen
  • Verkleidungen mit Grossformatigen Fassadenplatten

Vor – & Nachteile

Vorteile:

  •  Schutz der Dachabdichtung und Verlängerung der Lebensdauer, da ein mechanischer Schutz hergestellt wird und die UV-Strahlung absorbiert wird.
  • Verbesserung des Raumklimas. Durch Verdunstung des gespeicherten Regenwassers, kann sich das Raumklima der direkt darunterliegenden Räume im Sommer abkühlen. Dadurch kann gegebenenfalls auf eine Klimaanlage verzichtet werden. Durch die Dämmwirkung der Dachbegrünungsschicht, kühlen die darunterlegenden Räume im Winter weniger aus.
  • Wasserrückhaltung. Da ein begrüntes Dach mehr als die Hälfte des jährlichen Niederschlags wieder verdunstet, werden Siedlungsentwässerung
    und Kläranlagen entlastet.
  • Verbesserung des Stadtklimas. Dachbegrünungen können Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern. Zudem wird der Aufheizung der Stadt durch die zahlreichen versiegelten Flächen entgegengewirkt.
  • Ersatzhabitat. Es kann neuer Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten – beispielsweise Vögel und Schmetterlinge – geschaffen werden.
  • Optisch attraktiv.

Nachteile:

  • Je nach Herstellung eventuell hohe Anschaffungskosten.
  • Das Dach muss gepflegt werden. Sträucher zurückschneiden, Substrat aufbringen.